A K T U E L L E S – Nr. 1

Lebensversicherungen unter Druck? 

Das Lebensversicherungsreformgesetz, in Kraft seit 2014, stellt die Versicherungsunternehmen vor große Herausforderungen; insbesondere durch die Gewährleistung der zugesagten Leistungen – trotz der anhaltend niedrigen Zinsen.

Die Gesellschaften müssen das Geld ihrer Kunden zum Großteil in festverzinslichen Wertpapieren anlegen. Diese Papiere werfen immer weniger Zinsen ab. Dies bringt einige Unternehmen offenbar zumindest in eine schwierige Lage.

34 von insgesamt 87 Lebensversicherern in Deutschland unterliegen nach dem Evaluierungsbericht des Finanzministeriums unter der intensivierten Aufsicht der BaFin und müssen halbjährliche Berichte über die wirtschaftliche Entwicklung sowie Erläuterungen zu den Maßnahmen der Finanzierbarkeit der eingegangen Verpflichtungen liefern.

Aus Sicht der Branche besteht für die Versicherten kein Anlass zur Sorge. „Alle Lebensversicherer könnten die gesetzlichen Vorgaben erfüllen“, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit. „In der aktuellen Niedrigzinsphase sei es Aufgabe der BaFin genau hinzuschauen. Wir haben jedoch keine Kenntnis, nach welchen Kriterien die BaFin eine intensivierte Aufsicht durchführt.“

Alternativen zum Vermögensaufbau

Zuerst sollten alle Schulden abgelöst und danach die finanziellen Reserven auf einem Tagesgeldkonto geparkt werden.

Für den weiteren Vermögensaufbau und die Altersvorsorge ist für eine ausgewogene Mischung von Kapitalanlagen zu sorgen.

Dabei sollte man sich aber auch über die Ziele klarwerden. Dient das Kapital dem Vermögensaufbau, der Altersvorsorge oder dem Erwerb von Wohneigentum?

Oder soll ein Teil des Geldes als Reserve und jederzeit verfügbar angelegt werden? Dazu eignen sich:

Tagesgeld:          jederzeit verfügbar

Festgeld:             Laufzeiten von 1 Monat bis 10 Jahren

Sparkonto:          3-monatige Kündigungszeit bzw. 2.000€/Monat

Sparbrief:             Laufzeiten von 1 Jahr – 10 Jahre; Achtung: höheres Anlagerisiko

Ein altbewährtes Instrument für die Schaffung von Wohneigentum ist der Bausparvertrag mit der Anspar- und der Kreditierungsphase.

Die klassische Lebensversicherung verbindet zwei Vorgänge miteinander: das Sparen von Geld und die Absicherung des Lebensrisikos. Inzwischen haben die Versicherer Produkte kreiert, die die Spargelder in Fonds anlegen. Somit erhöhen sich die Chancen auf einen höheren Ertrag, die Risiken sind aber auch etwas größer, da die Zinsgarantie entfällt bzw. geringer ist.

Die Rentenversicherung funktioniert wie die Lebensversicherung. Das Lebensrisiko ist jedoch nicht abgesichert. Die Versicherten haben bei Ablauf das Kapitalwahlrecht oder das Recht auf eine lebenslange Rente. Die Verträge können festverzinslich sein oder können als fondsgebundene Rentenversicherungen abgeschlossen werden.

Damit ist die Überleitung zu den Aktien- bzw. Investmentfonds gegeben. Die Gewinne des Anlegers sind in der Regel größer als bei festverzinslichen Anlagen, das Verlustrisiko ist aber auch höher.

Es gibt sowohl offene als auch geschlossene Investmentfonds. Offene Fondsanlagen verfügen über eine hohe Flexibilität. Aber Vorsicht: häufiges Switchen kann zu Geldeinbußen führen.

Geschlossene Fonds tragen den Charakter einer Unternehmensbeteiligung. Die Risiken Geld zu verlieren sind genau so groß wie die Renditechancen. Da jedoch hauptsächlich in Sachwerte investiert wird, liegen die Gewinne außerhalb der Inflationsrate. Leider besteht nur über den Zweithandel die Möglichkeit eines vorzeitigen Ausstiegs.

Viele Fonds werden an der Börse gehandelt (ETFs). Es gibt sie auf Aktien-, Renten-, Immobilien-, Geldmarkt-, Rohstoff-, Branchen- und kombinierte Indizes.

Aktien werfen über einen längeren Zeitraum betrachtet die höchsten Renditen aller klassischen Anlageformen ab. Sie sind sehr kostengünstig und anlegerfreundlich. Nebenkursgewinnen werden je nach Unternehmen und Geschäftsentwicklung Dividenden ausgeschüttet. Aktienkurse können schwanken.

Edelmetalle, wie Gold, Silber oder Platin sind ein guter Schutz vor Geldentwertung und Währungsverfall. Mittels Aktien von Minengesellschaften, ETFs, Optionen und Zertifikate kann man ebenfalls in Edelmetalle investieren.

Staatsanleihen sind Schulden, die von Staaten, Ländern, Gemeinden, intern. Organisationen und Körperschaften aufgenommen werden. Der Staat leiht sich über den Kapitalmarkt Geld. Staatsanleihen gehören zu den festverzinslichen Wertpapieren. Bitte beachten: Es gibt sichere Staatsanleihen und riskante Staatsanliehen mit niederen und höheren Renditen und Risiken.

Es gibt noch Hebelprodukte wie CFDs, Devisen-/Forexhandel, Binäre Optionen, Intradayhandel. Ich möchte diese Investionsmöglichkeiten nur erwähnen, für solche Menschen, die den Nervenkitzel lieben und locker Geld verlieren können.

Auf sicherem Boden zurück, soll die Altersvorsorge mit staatlicher Förderung nicht zu kurz kommen.

Riester-Rente ist insbesondere eine Sparform für Berufseinsteiger und Familien mit Kindern, Minijobber oder ALG-II-Empfänger. Es gibt staatliche Zulagen und Steuerbegünstigungen.

Rürup-Rente ist ideal für Unternehmer, Freiberuflich, Gewerbetreibende und gut verdienende Angestellte, um hohe Steuervorteile zu nutzen.

Die betriebliche Altersvorsorge gibt es in mannigfaltiger Gestaltung und bietet steuerliche Vorteile sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber.

 

Ich möchte meine Ausführungen hiermit beenden, beabsichtige jedoch künftig alle 2 bis 3 Monate interessante Themen zu bringen.

Gerne stehe ich für Fragen und Erklärungen zur Verfügung.

Herzliche Grüße